Sonntag, 3. November 2013

Birma - 2 Quasselstrippen in Hpan-an


Hpa-an ist eine kleine Stadt im Landesinneren, etwa 2 Stunden nördlich von Maylamyaing und 8 Stunden südlich von Yangon. Hpa-an hat an sich nicht so viel zu bieten, dafür ist der Markt von Hpan-an recht beschaulich und bietet ein paar schöne Fotomotive:























Natürlich gibt es auch in Hpan-an goldene Pagoden, die sind aber nicht besonders imposant. Umso spektakulärer ist dafür die Umgebung von Hpan-an, die wir per Moped-Tuk-Tuk erkundet haben.
Gerade ist das Ende der Regenzeit und die Landschaft ist daher richtig intensiv grün:























Wir haben unter anderem das buddhistisches Heiligtum Kyauk Ka Lat besucht. In Kyauk Ka Lat trohnt auf einem spektakulären Karstfelsen eine goldene Pagode, am Fuß des Felsens findet sich eine Klosteranlage:


















Von der Spitze des Felsens hat man einen tollen Überblick über die Landschaft:


















In der Umgebung des Kyauk Ka Lat Felsens gibt es eine Art Buddha-Parkanlage, mit insgesamt 2974 (!) Buddhastatuen und 2 Schaukeln, ziemlich abgefahren:

















In der Nähe von Hpan-An gibt es auch einige Höhlentempel: 



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Alles Geschaffene ist vergänglich. Strebt weiter, bemüht euch, unablässig achtsam zu
sein (Siddhartha Gautama aka Buddha)
 

 
 













 
In den Höhlentempeln ist es angenehm kühl, ein Mönch hat es sich auch direkt gemütlich gemacht:




















Wer mehr Erfrischung braucht, kann in der Nähe von Hpan-an auch baden gehen:














 
















Was ich hier das erste mal gesehen habe, sind -- zum Teil richtig lange -- Reihen von Statuen, die Mönche beim Sammeln von Essensspenden zeigen: 































Dazwischen findet sich auch mal ein echter Mönch (hier beim Gras schneiden):















 
Aber auch Nicht-Mönche haben sich dazwischen geschummelt:


Birma - 2 Quasselstrippen im Sueden

Von Yangon aus ging es Richtung Süden, in die Hafenstadt Mawlamyaing. Mawlamyaing liegt am Zusammenfluss zweier sehr grosser Flüsse:





























In fast schon gewohnter Manier zogen Asja und ich los um quasselnd die Stadt zu erkunden. Keine 10 Minuten unterwegs hat uns eine Gruppe Halbstarker ein freundliches Hello bzw. Mingalaba zugerufen. Die Jungs saßen recht gemütlich unter einer Schiffsrampe und haben Gitarre gespielt. In unserer offenen Art sind wir einfach mal dahin.  Die Jungs haben uns auch direkt ein paar Pappunterlagen hingelegt, auf denen wir sitzen sollten. Dann wurde einer losgeschickt um für uns eine Flasche Wasser und zwei Kippen zu besorgen. Total süß.  Die Jungs haben lautstark birmesische Lieder gesungen, dann musste Asja selbst ran :)  Ich bin mir aber unsicher, ob unser Songrepertoire deren Geschmack getroffen hat, am Ende wurden wir gefragt, ob wir auch was von Justin Biber können, Ähm leider nein :)


























Mawlamyaing ist ebenfalls eine alte britische Kolonial- und Markstadt, aber längst nicht so trubelig wie Yangon, hier geht alles recht gemächlich zu:
 
 

 


































 
 
 
Im Flussdelta gibt es die fast 50km lange Menschenfresser-Insel, hier zu sehen bei Sonnenuntergang:


 
und die etwas beschaulicher und auch einladender klingelnde Shampoo-Insel:
















 
Wir haben uns dafür entschieden, die Pagoden und Klosteranlagen Mawlamyaings zu erkunden:  Diese liegen auf einer Hügelkette, die sich am Rand der Innenstadt an einem der beiden Flüsse entlangzieht. In den Süden Birmas verlieren sich nicht so viele Touristen, die Klosteranlagen waren noch sehr unberührt. Fast schon etwas verloren -- wir wussten ja nicht, was öffentlich zugänglich ist -- sind wir durch die Anlagen spaziert. Wir sind zum Beispiel einem Mann begegnet, wir glauben, er wollte uns einen Besen verkaufen. Sehr unklar die ganze Sache. Dann sind wir einem Mönch begegnet, der uns ein bisschen rumgeführt hat. Leider konnte er kaum Englisch, hat uns aber dafür beständig auf birmanisch Sachen erklärt hat :)  Immerhin haben wir verstanden, dass in dem Kloster ein Zahn Buddhas aufbewahrt wird -- Leider war das auch die einzige Information die er uns vermitteln konnte.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Von Mawlamyaing aus ging es in dem geilsten Bus ever nach Hpan-An. 10 Minuten vor Abfahrt waren circa 10 Leute in dem Bus. Gut, das kann der Bus schaffen dachten wir. Bei Abfahrt waren dann circa 60 Personen im Bus. Wer herausfinden will, was die Welt im Innersten zusammenhält, kann auf jeden Fall mal diesen Bus näher untersuchen.

 
 

Birma - 2 Quasselstrippen in Yangon

***** Aufgrund der unglaublich langsamen Internetverbindung in Birma, habe ich die Blogeinträge nur offline vorgeschrieben, hier nun die Chronologie meiner Erlebnisse und Eindrücke *****

Birma nun, ein Land ca. doppelt so gross wie Deutschland, 
ein Land, das von einigen 5000ern in den Ausläufern des Himalaya im hohen Norden über sanfte Hügellandschaften bis zu Traumstränden alles zu bieten hat,
ein Land, das immer noch von einer Militärregierung beherrscht wird (auch wenn sich die Situation seit 2010 gebessert hat; http://www.amnesty.org/en/region/myanmar/report-2012; http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/2049889/),
ein Land, in dem mal eine Frau die Heldin der Zivilgesellschaft ist,
ein multi-ethnisches (über 135 anerkannte Volksgruppen) und ein sehr buddhistisches Land (fast 90% Buddhisten, 6% Christen, 4% Muslime, 0.5% Hindus),
ein Land, bei dem es mir sehr schwer fällt, mir die Kultur und das Alltagsleben vorzustellen,  Indien und Bangladesch im Westen, China im Nordosten und Laos und Thailand im Südwesten..... und wie ist wohl Birma?

Hier nun meine Eindruecke von Yangon, der ehemaligen Hauptstadt Birmas: Yangon hat einen erstaunlich modernen Flughafen, in den Randgebieten dominieren Wohnblöcke (die mich sehr an den sozialistischen Wohnungsbau erinnern, Kindheits- und Jugendbilder tauchen auf), es gibt einige moderne Geschäfte, Bank- und Hotelgebäude, im Zentrum Yangons ist das Stadtbild von einigen wenigen herausgeputzten und vielen eher heruntergekommenen Kolonialgebäuden geprägt -- ich finde letztere haben auch total viel Charme, gerade wenn sich die Natur die Stadt zurück holt und  in den Strassen, auf den Dächern, in Häuserritzen oder in den Fenstern kleine Pflanzen wachsen usw.























 

Am ersten Tag habe ich mich einfach durch die Stadt treiben lassen. Gut, denn in Yangon spielt sich das Leben auf der Strasse ab.

















Die Strassen sind gesäumt von kleinen Restaurants, Obst-, Essen- und Verkaufsständen.

Hier ein sehr kleines Restaurant:















Die Essens- und Verkaufsstände sind hochspezialisiert: Es gibt Stände für Klamotten, kleine Stände die nur Kondome verkaufen (safer sex scheint also zumindest so weit in Birma angekommen zu sein, dass man Kondome öffentlich verkaufen/kaufen kann, sehr gut!), daneben finden sich Stände an denen z.B. nur gebratene Eier, nur Wassermelonen oder nur Bananen verkauft werden:

















Am coolsten fand ich die Werkzeug & Technik - Abteilung, es gibt z.B. Stände für Schrauben, Dübel, Hammer usw., für Wasserkocher und Thermoskannen und auch einen Stand an dem insgesamt vier Uhren feilgeboten wurden:



















Am nächsten Tag kam schon Asja an und wir haben uns in den nächsten zwei Tagen gemeinsam die Stadt erlaufen..... und ja unglaublich viel verzählt (aber wir hatten uns ja auch schon fast 3 Monate nicht gesehen). An den Sehenswürdigkeiten kamen wir dann immer erst abends an :) Am zweiten Tag wollten wir zum Beispiel zum Kandawgyi-See, der hatte schon geschlossen, als wir um 18:02 da ankamen, wir sind dann locker-lässig in ein mega-schickes Hotel spaziert und haben von deren Aussenbereich einen Blick auf den See erhascht. Am ersten Abend hatten wir etwas mehr Glück, die Shwedagon Pagode, eine der wichtigsten Pagoden Birmas, in der laut Legende 8 Haare von Buddha eingemauert sind, macht nämlich erst um 10 Uhr abends zu :)

Der Shwedagon-Komplex ist wirklich imposant, in der Mitte steht die fast 100 Meter hohe, vergoldete (laut Reiseführer 9.75 Tonnen Gold) Pagode, in der die Haaer von Buddha eingemauert sind:




































Daneben gibt es unzählige weitere Tempel, Schreine, Buddha-Statuen, kleinere Pagoden. Dank der besucherfreundlichen Öffnungszeiten hatten wir noch genug Zeit für einen gemütlichen Plausch:




















und auch für ein bisschen Quatsch:




















Insgesamt hat Yangon wirklich ein quirliges und interessantes Stadtzentrum, Asja und ich hätten an jeder Strassenecke zehn Fotos schiessen können. Wie schon in Malaysia fand ich die religioese Vielfalt faszinierend, es gibt Kirchen, Moscheen (siehe das erste Bild in diesem Blog das die Zentralmoschee zeigt) und Hindu-Tempel, chinesische Tempel,





















und natürlich viele viele Pagoden. Hier die Sule-Pagode direkt in der Innenstadt, fotografiert vom
Frühstücksraum unseres Hotels (dem Garden Guest House, im ganzen Haus gab es aber keine einzige Pflanze)